Das Begleitprogramm zum Fred-Williamson-Podcast: Die Black Cobra Trilogie

Vor einiger Zeit haben wir euch versprochen, einige Inhalte unseres alten Blogs Trash-o-Meter nach und nach auf unsere neue Seite zu übertragen. Jetzt ist es endlich soweit: Begleitend zu unserem Zweiteiler über Fred „The Hammer“ Williamson (Teil eins könnt ihr hier hören und runterladen) habe ich meine alte Review über die Black-Cobra-Trilogie aus dem Rübenkeller geholt. Wir wünschen viel Vergnügen.

Damit Eins mal klar ist: Fred Williamson weiß, wo die Glocken hängen! Für mich hat „The Hammer“ einen der führenden Schenkelbürsten der Filmgeschichte. Tatsächlich ist die Popelbremse über seiner Oberlippe so dicht, dass eventuelle Essensreste für immer verloren sind.
Die stolze Bärtigkeit und die damit verbundene Coolness des ehemaligen Football-Spielers zwingen mich quasi dazu diese Sammel-Rezension über die ersten drei Black-Cobra-Filme schreiben – Leider nur über die ersten drei, denn Teil vier kenne ich nicht, wie ich bekennen muss. Allerdings ist der vierte Film sowieso nur eine Collage aus den ersten drei Streifen. Kennste drei, kennste alle heißt es da wohl.

Für alle, die noch nicht von der Black Cobra gebissen wurden eine kleine Erklärung, um was für eine Art von Filmen es sich handelt:

Die Serie startet als kostengünstiger, italienischer Abklatsch der amerikanischen Action-Cop-Filme, wie z.B. Stallones City-Cobra. Sogar die Story hat deutliche Parallelen. Die Fortsetzung kommt schon erheblich weniger italienisch daher und auch das Budget muss über dem des Vorgängers gelegen haben. Thema sind diesmal der „Culture-Clash“ (Versetzung nach Manila), als auch die bekannte „Zwei ungleiche Partner“-Masche a la Lethal Weapon. Teil drei hat mit Polizei-Arbeit nur marginal zu tun. Stattdessen haben wir einen „Zwei Typen machen ne halbe Armee im Dschungel platt“-Film vor uns. Karate Tiger 2 ick hör dir trapsen!

Da ich euch ja nun schon die allseits bekannten, vergleichbaren Genre-Perlen genannt habe, kennt ihr quasi auch schon die Stories aller drei Filme. Deswegen werde ich nicht die Geschichten der Filme breit treten, da sie sowieso nur aus aneinander gereihten Klischees besteht. Ich werde kurz erklären, was mich bei den einzelnen Streifen beeindruckt hat, oder eben nicht und fertig ist der Abwasch.

BLACK COBRA 1 (1987): Ein italienisches Verwirrspiel

Eine Frage vorweg: Wer von euch hätte gewusst, dass Chicago in Italien liegt? Ich auch nicht. Doch in Teil eins der Trilogie windet sich die schwarze Cobra durch ein verdächtig italienisch erscheinendes Chicago. Selbstverständlich ist das kein Grund am Erdkundewissen aus Schulzeiten oder gar am eigenen Verstand zu zweifeln. Denn wie David Bowie einst sang: „This is not america, no, this is not, sha la la la la“. Vielmehr ist Schmalhans hier Küchenmeister.

Die italienische Produktion kocht nicht nur vom Budget her auf Sparflamme. Sparsam ist auch der Einsatz von Fred Williamson. Das Schnurrbart-Testimonial taucht nur auf, wenn das Maximum an Machismo gefragt ist. So zeigt „The Hammer“ in seinen wenigen Auftritten, wo er – also der Hammer – hängt. So wirft er zum Beispiel ein Messer über 60 Meter in den Rücken eines Spitzbuben und surft auf einem Krankenhausbett, während er einige unbelehrbare Gangster aufs Korn nimmt. Bei Prügeleien sieht Mr. Williamson allerdings nicht gut aus, eher lustig. Seine Tritte schaffen es selten über Kniehöhe hinaus und auch sonst ist der gute Fred so agil wie ein Briefbeschwerer.

Fazit: Von allem zu wenig, aber es gibt freilich noch größere Stinker. Gefreut hat mich das Wiedersehen mit Bruno Bilotta, der den Schurken Karl Landgren spielt. Ich erinnere mich an seine fantastische Darstellung des Helden in Urban Warriors – einer der ersten Trashfilme in meiner Sammlung und nicht nur deswegen eines meiner Lieblingsstücke.

BLACK COBRA 2 (1988): Die Cobra sperrt die Ohren auf

Diesmal wird tatsächlich in Chicago gedreht. Ist trotzdem egal, weil sich Detective Malone dort wie eine Sau aufführt und alles zu Klump schießt und deswegen sofort nach Manila versetzt wird. Dort soll der schießwütige Hitzkopf Manielen…äh Manieren lernen. Zu diesem Zweck setzt man ihm einen milchgesichtigen Aufpasser von Interpol vor (gespielt übrigens vom Spiderman der Siebzigerjahre). Natürlich lernt auch das Greenhorn noch, dass Malones Erst-schießen-gar-nicht-Fragen-Methode besser funktioniert als langweilige Detektivarbeit.

Zum Höhepunkt des Films befreit Malone eine Schulklasse aus den Fängen von nicht näher definierten Terroristen. Die Kinder sind ebenfalls nicht näher definiert, oder genauer gesagt gar nicht zu sehen. Aber sie sind bestimmt da. Ehrenwort. Seltsam nur, dass sie sich die Schule in einem Hochhaus verbirgt, das wie ein Bürogebäude aussieht und ebenso eingerichtet ist. Bestimmt nur ein gewitzter Trick, damit eventuelle Terroristen die Schule der unsichtbaren Kinder nicht finden. Hat ja toll funktioniert!

Zurück zum Thema: Warum ist dieser Film besser als sein Vorgänger? Ganz einfach: Endlich gibt es mehr Action und auch Williamson sorgt für mehr Alarm. Die wirkliche Attraktion ist jedoch nicht visueller, sondern hörbarer Natur. Fans von Synthie-Soundtracks der 80er werden vor Dankbarkeit auf die Knie fallen und mit feuchten Augen gen Himmel blicken…
Doch was werden sie da oben erblicken? Eine Akustikdecke oder gar das liebe Jesulein? Weder noch! Viel wahrscheinlicher ist es, dass sie dort Detective Malone sehen werden. Der überfällt seine Gegner nämlich vorzugsweise von oben.

Fazit: Etwas mehr von Allem, aber nur im Bereich der Musik genug, um bei den Großen mitzuspielen.

BLACK COBRA 3 (1990): Alter Fred in neuen Schläuchen

Wieder steigt die Rakete in Manila. Malones Interpol-Kumpel aus Teil 2 geht im Alleingang gegen ein Waffen-Kartell im Dschungel vor. Aufgrund einer deutlichen Übermacht muss er jedoch den Heroin-Löffel abgeben. Da stehen Williamson vor Zorn die Barthaare zu Berge. Er packt seinen Turnbeutel und steigt ins Flugzeug Richtung Manila.

Dort angekommen steht im ein neuer Partner zur Seite, der meiner Meinung nach genau so aussieht wie der Erste. Ist ehrlich gesagt auch egal. Ich habe nur eingeschaltet, um zu sehen, wie „The Hammer“ das Dschungel-Camp der Drogen-Exporteure zum Teufel jagt – idealerweise mit einem Gewehr so groß wie ein Kleinwagen mit 100 Millionen Schuss im Magazin. So kommt es auch. Doch vorher muss man noch filmisches Füllmaterial in Form einer Suchaktion nach einem Wasserfall ertragen. Diesen Teil des Films hat man schon wieder vergessen, sobald er vorüber geflimmert ist.

Fazit:
Black Cobra 3 ist ein einigermaßen solider Film für Freunde des niederklassigen Actionkinos. Der Showdown bedient die meisten Klischees. Jedoch bietet Teil drei auch keine Steigerung zum Vorgänger und ist auch nicht albern genug, um ein Guilty-Pleasure-Kicherfest zu sein. Der Soundtrack erreicht leider ebenso nicht die Klasse des Vorgängers. Hätte die Reihe nicht das Genre gewechselt und somit frischen Wind in Williamsons Schnurrbart gepustet, hätte vielleicht sogar die Langeweile die Oberhand gewonnen. Insgesamt betrachtet Zu kann Black Cobra 3 die Messelatte, die vergleichbare Filmen wie Rambo 2 und Karate Tiger 2 aufgehangen haben, zu keiner Zeit überspringen. Immerhin kann The Hammer sein Bein jetzt ein paar Zentimeter höher heben. Richtig Biss hat die schwarze Cobra auch diesmal leider nicht.

Commodore SchmidlabbDas Begleitprogramm zum Fred-Williamson-Podcast: Die Black Cobra Trilogie